Einsatz für doping- und manipulationsfreien Sport
Die Anti-Doping-Maßnahmen des HSB werden kontinuierlich erweitert bzw. präzisiert. So werden die Fachverbände, die Leistungssport-Fördermittel erhalten, verpflichtet, eine/n Anti-Doping-Beauftragte/n zu benennen und Anti-Doping-Regelungen in die Verträge mit ihren Verbandstrainern aufzunehmen.
Saubere Leistung - kein D(op)ing!
HSB setzte auch 2009 wieder wichtige Impulse in der Dopingprävention

Der Hamburger Sportbund hat auch das Jahr 2009 wieder dazu genutzt, um in der Dopingprävention aktiv zu werden - oder besser: zu bleiben. Nach der Fachtagung im November 2008 standen zwischen September und Dezember drei Informationsabende für junge Athletinnen und Athleten sowie ein Elternabend auf dem Programm. Der Titel der Veranstaltungsreihe war gleichzeitig Überzeugung und Appell der Initiatoren: „Saubere Leistung - kein D(op)ing!"
Dr. Manfred Jäger, Staatsrat der dieses Projekt finanziell fördernden Behörde für Kultur, Sport und Medien, versicherte bei der Abschlussveranstaltung den anwesenden Eltern und Betreuern im „Haus des Sports": „Jeder Euro der Stadt ist gut angelegt. Veranstaltungen wie diese können nicht hoch genug eingeschätzt werden."
Mehr als 200 Hamburger Kaderathletinnen und -athleten (D/C- und C-Kader) aus den Sportarten Schwimmen, Leichtathletik, Rudern, Basketball, Handball, Hockey, Beachvolleyball, Volleyball und Badminton horchten in den Wochen zuvor immer wieder gespannt den Ausführungen des Referenten Michael Sauer (Manfred Donike Institut für Dopinganalytik an der Deutschen Sporthochschule Köln). Der sorgte mit einer Mischung aus Vortrag und Fragen an seine Zuhörer wie „Was ist eine Substanz?" oder „In welchen Sportarten ist Alkohol verboten?" für eine kurzweilige Mischung, die direkt an den lebensweltlichen Bezügen der Jugendlichen anknüpfte. „Cannabis ist sechs Wochen nachweisbar im Körper. Also nicht entspannt nach dem Training einen Joint rauchen", riet Sauer genauso wie von Steroiden, den meist missbrauchten Substanzen im Sport, die Finger zu lassen, wolle man als junger Mann den Waschbrettbauch nicht mit Glatze, Pickeln und „Männerbuse" bezahlen. Im Gepäck hatte der 41-Jährige auch einen frisch produzierten Informationsfilm über den Ablauf einer Dopingkontrolle, jener Instanz also, der sich Kaderathleten zwangsläufig und unangekündigt stellen müssen.
Dopingprävention fange schon im Kleinen und zuhause an, so das Credo des Referenten. „Nehmt Mama und Papa an die Hand und durchforstet mal Eure Hausapotheke!", appellierte Sauer an seine Zuhörer. Der Teufel steckt manchmal im Detail bzw. in der Pille: Aspirin complex zum Beispiel enthält eine Stimulanz, das normale Aspirin nicht. Zu diesem Zwecke sollte jeder Athlet bzw. Athletin die kleine Karte der NADA mit der Liste der unerlaubten Wirkstoffe mitführen, wenn es zum Arzt geht. Auch Nahrungsergänzungsmittel seien mit Vorsicht zu genießen, denn häufig ist nicht das drin, was auf der Verpackung stehe, so der Sportwissenschaftler. Auch manch gestandener Trainer erfuhr noch Neues: „Die Einnahme von Asthmasprays muss vier Wochen vor jedem Wettkampf angemeldet werden", so Sauer, der den Kindern und Jugendlichen am Ende eine Grundregel mit auf den Weg gab: „Ihr seid allein verantwortlich!" Gute sportliche Leistungen basierten vor allem auf richtigem Training, Erholung und Entspannung, ausreichendem Trinken, guter Ernährung und Gesundheit.
Prominenter Gast beim Elternabend und ein Sportler, der Dopingkontrollen gut aus Erfahrung kennt, war Helge Schwarzer, deutscher Vizemeister über 110 Meter Hürden und Olympia-Halbfinalist 2008. Er ermutigte die Eltern, immer wieder den Dialog mit ihren Kindern zu suchen und über das Thema Doping zu sprechen.
Die positive Bilanz der vier Infoabende ermutigt den HSB, weiter entschlossen und innovativ in der Dopingprävention zu arbeiten. Rolf Reincke, HSB-Vizepräsident Leistungssportentwicklung: „Unsere Aufgabe ist es, Impulse zu setzen, Konzepte zu entwickeln, Fachleute zu vereinen, Wissen zur Verfügung zu stellen und last but not least immer wieder die Vereine und Verbände aufzufordern, engagiert und nachhaltig der Geißel Doping die Stirn zu zeigen." Seinen Dank an die Stadt für deren Unterstützung verpackte Reincke in ein Wortspiel: „Unser Kampf um einen sauberen Sport kann sich durch die finanzielle Förderung der Stadt über eine wahrhaft leistungssteigernde Substanz freuen!"
HSB-Fachtagung Dopingprävention im Nachwuchsleistungssport
HSB-Fachtagung Dopingprävention im Nachwuchsleistungssport
Am 22. November 2008 veranstaltete der HSB eine mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten besetzte Fachtagung mit dem Titel „Saubere Leistung! Dopingprävention im Nachwuchsleistungssport“. Eingeladen waren Verantwortliche aus Vereinen, Verbänden und Schulen sowie die Aktiven selbst und ihre Eltern. mehr Infos
Vorträge zum Workshop
Vortrag Prof. Dr. Gerhard Treutlein (4 MB)
Vortrag Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann (3 MB)
Vortrag Gert Hillringhaus (205 KB)
Vortrag Michael Sauer (580 KB)
Vortrag Prof. Dr. Dieter Rössner (143 KB)
Vortrag Ulrike Spitz (477 KB)



