Spiele, die zu Hamburg passen und noch lange danach einen spürbaren Mehrwert für alle Hamburgerinnen und Hamburger entfalten – das sind die Leitlinien der Hamburger Olympia-Bewerbung.

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Visualisierung: Moka Studio

Das Bewerbungskonzept setzt auf eine Verbindung vorhandener und temporärer Wettkampfstätten und hebt Hamburgs Stärken als Open-Air-Arena mit spektakulären Innenstadtkulissen, Wasserlagen und Grünflächen hervor. Kurze Wege und innovative und barrierefreie Mobilitätsangebote sorgen für Begegnung und ein intensives Festivalerlebnis. 

Aufbauend auf dem sportfachlichen Grobkonzept aus Mai 2025 und nach einer umfangreichen Bürgerbeteiligung im November 2025 ist ein Bewerbungskonzept entstanden, das die Olympischen und Paralympischen Spiele bestmöglich in die Stadt einfügt.

Der „Olympic Park City“ und der „Olympic Park Altona“ bilden die beiden zentralen Cluster für die olympischen Wettkämpfe. Insgesamt 20 der 33 geplanten Wettkampfstätten liegen direkt im Hamburger Stadtgebiet, 17 davon – also 85 Prozent – in einem Radius von nur sieben Kilometern rund um das Heiligengeistfeld (Olympic Park City). Das Olympische Dorf sowie die drei olympischen Kernsportarten Leichtathletik, Turnen und Schwimmen sind in den Arenen im nördlichen Volkspark angesiedelt (Olympic Park Altona). Auch die Paralympischen Spiele finden in der Regel in denselben Sportstätten statt. Das Konzept setzt damit auf kurze Wege für Athletinnen und Athleten, Volunteers und Besucherinnen und Besucher.

Rund 100 Trainingsstätten sollen für die olympische und paralympische Nutzung modernisierten werden – verteilt über das gesamte Hamburger Stadtgebiet. Sie bilden einen langfristigen Mehrwert für Schulen, Vereine und den Breitensport weit über die Olympischen Spiele hinaus. Mit zusätzlichen Public Viewings, Mitmachangeboten, kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsformaten in allen Bezirken soll – ähnlich wie zur Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland oder bei der Europameisterschaft 2024 – ein „Sommermärchen“ entstehen, das die ganze Stadt erfasst.

Damit möglichst viele Hamburgerinnen und Hamburger die Chance haben, die Spiele in Begegnung und Austausch mit den internationalen Gästen aus aller Welt erleben zu können, sieht das Konzept eine Million Tickets in der günstigsten Kategorie vor. Für ehrenamtlich Engagierte und Menschen mit geringem Einkommen plant Hamburg ein kostenfreies Ticketkontigent.

Die Stadt als „Arena für alle“
Die Inszenierung der Binnenalster als olympisches Herzstück bleibt weiterhin zentraler Bestandteil des finalisierten Konzeptes. Neben einem schwimmenden Court für 3x3-Basketball, sollen sowohl die Finalwettkämpfe im Bogenschießen als auch die Padel-Tennis-Wettbewerbe dort stattfinden. Neben Padel-Tennis sieht das Konzept auch Stand-Up-Paddling (SUP) und Para-Segeln als zusätzliche Sportarten für das Olympische Programm vor. Das Konzept nimmt damit Anregungen der Hamburgerinnen und Hamburger auf, die Padel und SUP im Rahmen der Online-Bürgerbefragung im vergangenen November als zusätzliche Sportarten zum Olympischen Rahmenprogramm vorgeschlagen hatten. 

Um Flächen und Kosten zu sparen und Synergien zu nutzen, wurden – im Vergleich zum ursprünglichen Konzept aus dem Mai 2025 – die Sportarten Wasserball und Moderner Fünfkampf gemeinsam in den Wilhelmsburger Inselpark gelegt. Das Sportklettern soll am südlichen Elbufer gegenüber den Landungsbrücken, neben den Musical-Theatern, stattfinden. So verbindet sich auf einzigartige Weise auch im Hamburger Hafen das Sportereignis mit der Stadtkulisse Hamburgs. Der ursprünglich in einem weit entfernten Außenstandort (Suhl, Thüringen) angedachte Schießsport wird nun in Hamburg (Wandsbek) bzw. in der Metropolregion Hamburg (Rhadereistedt/Niedersachsen) angesiedelt – ein klarer Mehrwert für Athletinnen und Athleten, die damit Teil des olympischen Erlebnisses in Hamburg werden.

Auch die Wege zu den verbliebenen Außenstandorten sind kurzgehalten: Segeln, Rugby und Handball soll nach wie vor in Kiel stattfinden, die Olympischen Fußballwettbewerbe entlang einer Nord-Ost-Achse (Bremen, Hannover, Wolfsburg, Rostock, Magdeburg, Dresden), der Kanu-Slalom in Markkleeberg (bestehende Anlage in Sachsen).

Die ursprünglich in den Harburger Bergen geplante Mountainbike-Strecke-Anlage wird nach Hummelsbüttel verlegt. Mit der Entscheidung wird eine Entlastung des Landschaftsschutzgebietes Harburger Berge erreicht sowie dem Radsport die Möglichkeit der Entwicklung einer dauerhaften Mountainbikestrecke am Standort Hummelsbüttel ermöglicht. So bleibt ein Stück Olympia auch langfristig in Hamburg erhalten.

Zudem wurde der Zielbereich des Straßenradrennens an der Schnittstelle zwischen historischer Speicherstadt und moderner HafenCity gelegt. So entsteht auch hier eine einzigartige Verbindung von Sport und dem UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt. Auch die Schwimmarena im Volksparkstadion wurde optimiert und auf 22.000 Plätze (plus 7.400 für Turmspringen) von ursprünglich 17.500 Plätzen erweitert, sodass eine Stadion-Atmosphäre in einer temporären Schwimm-Arena mit einzigartigem Zuschauer-Flair entsteht.

Stärkung des Stadtgrüns durch ein „Olympisches Band“
Hamburgs Olympiakonzept verfolgt einen klaren Grundsatz: Bestehendes nutzen, Sinnvolles ergänzen und Dauerhaftes gewinnen. Zu 76 Prozent werden daher bestehende Wettkampfstätten genutzt, der Rest wird temporär errichtet und nachgenutzt. Die Spiele passen sich der Stadt an – nicht umgekehrt.

Zudem setzt das Konzept auf eine sinnvolle Nachnutzung der olympischen und paralympischen Sportinfrastruktur. Nachgenutzt werden sollen beispielsweise Turn- und Hallenböden, auf denen Olympia- und Paralympics-Stars ihre Wettkämpfe bestritten haben (Übergabe an Hamburger Vereine und Verbände), Tischtennisanlagen (Übergabe an Bezirke und Schulen) sowie Skate- und Freestyle-BMX-Rampen, die nach olympischer Nutzung auf dem Heiligengeistfeld andernorts in Hamburger eine neue Heimat finden sollen.

Die Stadt plant darüber hinaus im Zuge ihrer Bewerbung die Stärkung des Stadtgrüns durch ein „Olympisches Band“, das sich vom Volkspark über den Bornkamppark, den Sportpark Lunapark, Planten un Blomen, den Bille- und Tidepark bis hin zum Wasserpark Dove-Elbe (Eichbaumsee) erstreckt. Durch Begrünungen und Entsiegelung, Aufwertung und Neugestaltung von Flächen soll so ein grünes Band quer durch Hamburg entstehen.

Olympia als Motor für einen leistungsfähigen und barrierefreien ÖPNV
Auch beim Mobilitätskonzept setzt Hamburg auf Nachhaltigkeit und Innovation: Basierend auf umfang-reichen Verkehrsprognosen bildet der Umweltverbund aus Bahn-, Bus-, Fuß- und Radverkehr – wie schon bei der Europameisterschaft 2024 – das Rückgrat des Konzeptes. Kurze Wegen zwischen den Sportstätten, autonome, flexibel einsetzbare Kleinbusse in Ergänzung zum ÖPNV sowie digitale Verkehrsprognosen in Echtzeit können Besucherinnen und Besucher gezielt lenken, Verkehrsströme reduzieren und eine gute Anbindung aller Sport- und Begegnungsstätten in der ganzen Stadt gewährleisten.

Die Spiele haben das Potenzial als Beschleuniger für bestehende und geplante Infrastrukturprojekte zu wirken: Investitionen in den Hauptbahnhof, neue U- und S-Bahn-Strecken, Park-and-Ride-Anlagen und digitale Verkehrssteuerung werden mit Unterstützung der Bundesregierung schneller umgesetzt. Für die Hamburgerinnen und Hamburger bedeutet dies eine spürbare Verbesserung der Alltagsmobilität auch weit über Olympia und Paralympics hinaus – mit kürzeren Reisezeiten, mehr sicheren Radverbindungen, einem noch leistungsfähigeren und barrierefreien ÖPNV, geringeren Emissionen und Lärmbelastungen sowie zusätzlichen innovativen Mobilitätsangeboten.

Science City als Olympisches Dorf mit dauerhaftem Wohnraum für rund 9.000 Menschen
Das Olympische und Paralympische Dorf wird in der Science City Hamburg Bahrenfeld zu Gast sein und damit in eine bereits geplante, nachhaltige Stadtquartiersentwicklung integriert. Es wird Teil einer langfristigen städtebaulichen Gesamtentwicklung im Umfeld des Volksparks, die bezahlbaren Wohnraum für bis zu 9.000 Menschen schafft. 

Die Spiele wirken als Katalysator für ein Quartier, das Wohnen, Wissenschaft, Sport und soziale Infrastruktur auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Rund 15.000 Athletinnen und Athleten sowie Betreuerinnen und Betreuer sollen während der Spiele im Olympischen und Paralympischen Dorf untergebracht werden. Die Wohnungen verteilen sich auf das künftige Campusviertel und die Gartenstadt. Die Apartments entstehen in unterschiedlichen Größen für zwei bis acht Personen. Bereits in der Planung wird berücksichtigt, dass sie nach den Spielen mit geringem Aufwand in reguläre Wohnungen umgewandelt werden können – mit einem Anteil geförderter Mietwohnungen von über 56 Prozent.

Daniel Knoblich, HSB-Vorstandsvorsitzender, sagt: „Das vorgestellte Feintuning des Bewerbungskonzepts für Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg bewertet der Hamburger Sport als sehr positiv. Die  Möglichkeit der Nachnutzung von temporären Sportstätten wurde verbessert (u.a. Skatepark) und durch die Verlegung einiger Sportstätten ins Hamburger Stadtgebiet (z.B. Schießen) wird ein Mehrwert für die Sportart in unserer Stadt geschaffen und die Kompaktheit des Konzepts weiter gestärkt."

"Ein großer Gewinn sind auch die rund 100 Trainingsstätten im gesamten Stadtgebiet, die für die olympische und paralympische Nutzung modernisiert und danach von den Hamburger Sportvereinen genutzt werden können.“, ergänzt er.

Das finalisierte Bewerbungskonzept sowie alle Informationen rund um Olympia und Paralympics in Hamburg stehen online unter www.hamburg-activecity.de/olympia zur Verfügung.

Am 31. Mai können die Hamburgerinnen und Hamburger darüber abstimmen, ob Hamburg als deutscher Bewerber mit diesem einzigartigen, zur Stadt passenden Konzept, ins internationale Rennen um die Spiele gehen soll. Ab dem 22. April 2026 besteht zudem die Möglichkeit, per Briefwahl abzustimmen. Nach erfolgreichem Referendum wird die Stadt die finalen Bewerbungsunterlagen am 4. Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einreichen.