HSB-Position zu Stadtentwicklung und Sport

Sporträume von Beginn an mitdenken

Hamburg, 8. November 2016 – Der HSB hat eine Positionierung zum Thema Stadtentwicklung und Sport vorgelegt. Mit der steigenden Verdichtung unserer Stadt wird die Konkurrenz um Flächen immer stärker. Lebenswerte Stadtteile brauchen Sportmöglichkeiten in der Nachbarschaft. Der Sport muss in der Stadtplanung mitgedacht werden, was bisher zu wenig geschieht.

„Immer wenn ein neuer Stadtteil geplant wird, denken die Verantwortlichen vernünftigerweise von Beginn an Schulen und Kindergärten mit. Kaum jemand aber hat bisher die Sportmöglichkeiten im Blick. Wir wollen Verständnis bei den Stadtplanern wecken und auffordern, den Sport für die Stadtentwicklung zu nutzen“, sagt HSB-Präsident Dr. Jürgen Mantell.

Eine gelungene Stadtentwicklung hängt maßgeblich von der Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnumfeld ab. Dies wird stark beeinflusst durch soziale Kontakte. Während Kinder diese in erster Linie über Kindergärten und Schulen erleben, sind es bei Erwachsenen sehr häufig Sportangebote, die zu einer Verbundenheit mit der Nachbarschaft führen. Die Angebote von Sportvereinen für einkommensschwache Familien, zur Integration von Flüchtlingen oder für Behinderte kommen noch hinzu.

Verdeutlichen lässt sich das Thema am Beispiel Hafencity. Nach anerkannten Planungsrichtlinien braucht der neue Stadtteil im Sinne einer familienfreundlichen und nachhaltigen Sportentwicklung zwei Sportplätze. Umgesetzt wurde ein Jugendspielfeld, das im Fußball nur bis zur D-Jugend regelkonform ist. Andere Jugendmannschaften und Erwachsene müssen in anderen Stadtteilen trainieren und ihre Punktspiele austragen.

In weiteren Projekten, wie der Neuen Mitte Altona, der Wilhelmsburger Mitte oder der Osterweiterung Rothenburgsort und Billbrook entstehen Wohngebiete für 10.000 Menschen und mehr. Geht man davon aus, dass ein Drittel der Hamburger in einem Sportverein ist und der Organisationsgrad bei Kindern und Jugendlichen sogar 60 Prozent beträgt, braucht man hier Sporträume für rund 3.500 Menschen pro Projekt.

Der HSB hat im Blick, dass es zwischen den Interessen des Sports und denen von renditeorientierten Investoren zu Konflikten kommen kann, wenn Flächen knapp werden. „Es wäre deshalb wünschenswert, wenn wir gemeinsam mit der Stadtplanung eine Austauschplattform einrichten könnten, um gemeinsam die Stadtentwicklung voran zu bringen“, schlägt Mantell vor.

In seiner Positionierung äußert sich der HSB konkret zum Bedarf an einzelnen Sportstätten. Neben den öffentlichen Anlagen sind aus seiner Sicht Vereinssportzentren in den Stadtteilen unverzichtbar, da nur dort Angebote im Gesundheits-, Senioren- und Rehasport durchgeführt werden können.