Umsetzung der DOSB-Leistungssportreform in Hamburg

Die Leistungssportreform, die der DOSB angestoßen hatte, wurde über Monate intensiv diskutiert. Die Kernpunkte sind eine Konzentration der bundesweiten Stützpunktstruktur sowie eine nicht nur erfolgs-, sondern vorrangig potenzialorientierte Festlegung der Fördermaßnahmen. Am 3. Dezember stimmte die DOSB-Mitgliederversammlung dem Konzept mit 98,6 Prozent zu.

Der HSB hatte bereits am 29. November seine Landesfachverbände über die Änderungen informiert. Olav Spahl, DOSB-Ressortleiter für die Olympiastützpunkte und den Nachwuchsleistungssport, stellte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Konzept der Leistungssportreform ausführlich vor.

Der HSB wird die Leistungssportreform in Hamburg in enger Zusammenarbeit mit den Fachverbänden umsetzen. Dafür wird eine Kommission unter Leitung von HSB-Vizepräsident Klaus Widegreen eingesetzt, in der leistungssporttragende Fachverbände vertreten sein werden. Sicher ist, dass 2017 ein Übergangsjahr wird, in dem der Reformprozess vorbereitet wird. Allen Verbänden bleibt in diesem Übergangsjahr die finanzielle Förderung auf dem Niveau von 2016 erhalten.

Der HSB begrüßt die Leistungssportreform, da der angestrebte Konzentrationsprozess den Ansätzen entspricht, die in Hamburg schon lange verfolgt werden. Auch eine Orientierung in die Zukunft mit einer Zuwendung zu Sportarten, die bei den nächsten großen Wettkämpfen erfolgreich sein können und darum gezielte Förderung brauchen, ist positiv.

Mit der Erarbeitung der Dekadenstrategie hatte sich der HSB im Jahre 2011 für eine Schwerpunktförderung einzelner Sportarten ausgesprochen. Ausgewählt wurden damals Rudern, Hockey, Schwimmen und Beachvolleyball. Durch diese Förderung können die benannten Sportarten sehr zielgerichtet – vom Nachwuchs bis zur Weltspitze – arbeiten und konnten entsprechende Erfolge, z.B. bei den Olympischen und Paralympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro feiern. Für die Stadt Hamburg waren es die bisher erfolgreichsten Spiele.

Durch die Neuorganisation der Stützpunktstruktur wird es Athletinnen und Athleten geben, die Hamburg verlassen müssen. Mit der gezielten Förderung der in Hamburg angesiedelten Stützpunkte werden aber auch wieder Aktive nach Hamburg gezogen, die jetzt schon Hoffnungsträger oder bereits in der Weltspitze angekommene Sportler sind. Das TEAM HAMBURG wird darum weiterhin hochkarätig besetzt sein und Erfolge feiern.

Einzelne Sportarten fürchten aktuell, in Zukunft ohne Förderung leben zu müssen. Einer solchen Entwicklung hat der HSB aber bereits vorgesorgt. Zusätzlich zu den definierten Schwerpunktsportarten, können Hamburger Athletinnen und Athleten in Sportarten mit langjährig stabilen Erfolgen oder mit positiver Entwicklungsperspektive in abgestimmten Projekten gefördert werden, ohne dass die gesamte Sportart in Hamburg eine Schwerpunktförderung erhält. Diesen Ansatz, weg von der „Gießkannenförderung“ hin zu einer umfassenden Schwerpunktförderung ergänzt durch eine Projektförderung für weitere Sportarten im kleineren Rahmen, wird der HSB weiter verfolgen. Dieser Ansatz findet sich auch im Reformpapier des DOSB wieder.