Hamburger Sport braucht 4 Millionen Euro zusätzlich

Der Hamburger Sport braucht zusätzliche Förderung in Höhe von 4 Millionen Euro. Nur so kann er in den kommenden Jahren die sportlichen und gesellschaftspolitischen Aufgaben erfüllen, für die er in Reden und Veröffentlichungen vielfach gelobt wird.

Mit dieser Forderung gehen der Hamburger Sportbund (HSB), die Hamburger Sportjugend (HSJ) und der Hamburger Fußball-Verband (HFV) in die Verhandlungen über den Sportfördervertrag 2019/2020. Verhandlungspartner ist die Behörde für Inneres und Sport. Ein ausführliches Positionspapier, das diese Forderung begründet, beschloss der HSB-Hauptausschuss am Abend des 18. September.

Hamburg wächst und Sportvereine tun es auch. Aus der Prognose der Bevölkerungsentwicklung leitet der HSB ab, dass bis 2020 bis zu 35.000 zusätzliche Vereinsmitgliedschaften zu erwarten sind. Im Zuge der Sportfördervertragsverhandlungen sind die Zukunftsfragen zu beantworten, wie die zukünftigen Neubürger in den Sportvereinen unterkommen und wo die hierfür notwendigen Sportstätten entstehen können.

Die Sportvereine gestalten lebenswerte Stadtteile und übernehmen Aufgaben, die weit über das reine Sporttreiben hinausgehen. Diese Angebote orientieren sich an gesellschaftlichen Werten, die in ihrer Wirkung weit in bildungs-, gesundheits-, und sozialpolitische Bereiche hinein reichen. Dauerhaft lassen sich diese Aufgaben nicht nur über Mitgliedsbeiträge finanzieren.

Einen wichtigen Beitrag zur Sportinfrastruktur leisten die vereinseigenen Sportanlagen, in die die Vereine kontinuierlich investieren. Der für die nächsten Jahre ermittelte Sanierungsbedarf der rund 270 vereinseigenen Anlagen in Hamburg beträgt aktuell rund 180 Millionen Euro. Daher sind Förderprogramme zu verstetigen. Die Überlassung von öffentlichen Sportstätten an Vereine muss zu zeitgemäßen und für Vereine tragfähigen Konditionen erfolgen.

Hamburg ist zu Recht stolz auf die Erfolge der Sportler bei den Olympischen und Paralympischen Spielen. Spitzensportler müssen über viele Jahre systematisch aufgebaut und von qualifizierten Trainern ausgebildet werden. Dies ist eine der Kernaufgaben der Hamburger Fachverbände. Aktuell besteht eine Unterfinanzierung, die es insbesondere den kleineren Verbänden zunehmend erschwert, sich aktuellen Anforderungen anzupassen.

Hoch gelobt wurden insbesondere die Aktiven bei den Paralympischen Spielen. Mit dem letzten Sportfördervertrag wurden die Wettkampfmittel des Behindertensports um 27,5 Prozent gekürzt. Das passt nicht zusammen und muss rückgängig gemacht werden.

Sportvereine und Fachverbände brauchen Beratung und Dienstleistungen des HSB, der Hamburger Sportjugend und des HFV. Beispielsweise können die meisten Vereine die Sanierung einer Sportanlage kaum alleine planen und durchführen. Hier unterstützen die Fachleute des HSB. Außerdem gestalten sie gemeinsam mit verschiedenen Behörden Prozesse, die zur Umsetzung des Masterplans Active City notwendig sind.

Die Förderung des HSB, der HSJ und des HFV, aus dem diese Leistungen finanziert werden, ist seit 2007 nicht angehoben worden. Demgegenüber steht eine umfangreiche Ausweitung von Aufgaben, die oft von der Stadt an einen der Verbände übertragen wurde.

Zitat Dr. Jürgen Mantell, Präsident Hamburger Sportbund

„Hamburgs Puls muss oben bleiben. Wir haben es alle gemeinsam geschafft, den Hamburger Sport in den letzten zwei Jahren in eine neue und gute Richtung zu bringen. Die Sportvereine und –verbände wollen etwas zur Active City beitragen. Also müssen wir sie auch in die Lage versetzen, das zu tun.“

Zitat Ralph Lehnert, HSB-Vorstandsvorsitzender und Verhandlungsführer

„Die laufenden Investitionen in die Sportinfrastruktur sind gut. Wir dürfen aber nicht nur in Steine investieren. Der Sport in Hamburg braucht Rahmenbedingungen, wie gesunde Vereine, gute Trainer und Verbände, die den Sport weiterentwickeln können. Nur so wird der Sport die Menschen in Hamburg weiter begeistern.“

Zitat Julian Kulawik, Vorsitzender der Hamburger Sportjugend

„160 Vereine kümmern sich um Kinder aus einkommensschwachen Familien. Sie brauchen mehr Geld für das Förderprogramm „Kids in die Clubs“, um diesen Kindern weiterhin eine Mitgliedschaft zu ermöglichen. Ebenso brauchen die Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen zusätzliche Unterstützung. Aktuell können wir die Nachfrage nach Kooperationen nicht mit ausreichend Fördermitteln befriedigen. Das müssen wir aufhalten.“

Zitat Dirk Fischer, Präsident Hamburger Fußball-Verband

„Wir brauchen bei den nächsten Verhandlungen dringend einen deutlichen  Akzent für den Sport in Hamburg und insbesondere eine Erhöhung der allgemeinen Förderung, die seit dem ersten Sportfördervertrag 2007 nicht angehoben worden ist. Diese faktische Degression der Sportförderung muss überwunden werden.“

Das Positionspapier finden SIe hier zum Download.