Wie geht es dem Hamburger Sport?

Wir fragen die Vereine und Verbände in Hamburg, was im Sport gut läuft und wo der Schuh drückt. In einer losen Folge von Interviews entsteht so ein Bild der Stimmungslage im Hamburger Sport.
Den Anfang macht Dirk Fischer, Präsident des Hamburger Fußball-Verbands.

Frage: Herr Fischer, wie schätzen Sie die Lage des Sports in Hamburg ein?

Fischer: Wir haben eine breitgefächerte lebendige Sportszene mit engagierten Verbänden und Vereinen, müssen uns aber bemühen bei den populären Hallensportarten wieder in den Top-Ligen mitzuspielen. Im Gegensatz zu anderen Metropolen in Deutschland ist Hamburg dort z. Zt. leider nicht vertreten. Engagierte Bemühungen sollten durch die Politik und die Wirtschaft besser unterstützt werden.

Wie ist die Lage in Ihrem eigenen Verband?

Wir entwickeln uns gut, auch sportlich erfolgreich und mit neuen Sportangeboten. Wir müssen aber engagiert weiter arbeiten, um in einer wachsenden Stadt vor allem Kindern und Jugendlichen die Sportausübung zu ermöglichen.

Was ist die größte Leistung des Sports in Hamburg?

In der gegenwärtigen Situation die große ehrenamtliche Integrationsleistung der Sportvereine für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Was fehlt dem Sport am meisten?

Ich wiederhole mich seit Jahren, dass der Hamburger Sport seit dem 1. Sportfördervertrag 2007/2008 keinerlei Anhebung der institutionellen Förderung erhalten hat und daher alle seither erfolgten Steigerungen der  Personalkosten, Energiekosten und allgemeinen Kostenerhöhungen aus seinen Bestandsmitteln finanzieren musste.

Worüber freuen sich Mitglieder in Ihrem Verband am meisten?

Über einen Sieg nach einem umkämpften Fußballspiel.

Worüber klagen Mitglieder am meisten?

Über Mängel in der Sportinfrastruktur, also zu wenig Sportplätze und zu wenig Sporthallen. Und gelegentlich örtlich über einen miserablen Pflegzustand einer staatlichen Sportanlage.

Bekommt der Vereinssport in Hamburg genug Wertschätzung?

Lob und Wertschätzung unserer Vereine drücken wir ständig aus. Gemessen an dort erbrachter ehrenamtlicher Arbeit, ist die staatliche Sportförderung eher gering.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Der Wert des Sports liegt in...

 ...körperlicher Fitness und der pädagogischen Kraft, dass Regelwerke eingehalten werden müssen.

 

Foto: HFV