Hamburg wächst schneller, als die Sporträume mitwachsen

Wir fragen die Vereine und Verbände in Hamburg, was im Sport gut läuft und wo der Schuh drückt. In einer losen Folge von Interviews entsteht so ein Bild der Stimmungslage im Hamburger Sport.

Dieses Mal sprechen wir mit Frank Fechner, 1. Vorsitzender des Eimsbütteler Turnverbands und Mitglied im Vorstand der TopSportVereine.

Wie schätzen Sie die Lage des Sports in Hamburg ein?

Der Sport in Hamburg ist stärker als noch vor einigen Jahren. In den Stadtteilen sind die Sportvereine zu einem wichtigen Anker in der Gestaltung der Nachbarschaft geworden. Darum wachsen die Vereine auch stetig und übernehmen immer mehr Aufgaben, zum Beispiel bei der Integration von Migrantinnen und Migranten. Bei den Sportangeboten und auch im Engagement darüber hinaus haben die Sportvereine in den letzten Jahren ihre große Leistungsfähigkeit bewiesen.

Wie ist die Lage in Ihrem eigenen Verein?

Gut! In unserem Verein freuen wir uns über den großen Zulauf von Mitgliedern. Zählt man nur die sportlich Aktiven, sind wir der größte Verein im Hamburger Sportbund. Damit können wir zufrieden sein.

Was ist die größte Leistung des Sports in Hamburg?

Dass Sport mehr kann und tut, als man zunächst erwarten würde. Sport hält uns fit und gesund. Darüber hinaus macht der Sport allen Generationen unserer Stadt aber auch noch integrative und soziale Angebote. Diese Kombination ist einzigartig.

Was fehlt dem Sport am meisten?

Hamburg wächst derzeit schneller, als die Sporträume mitwachsen. Darum fehlen uns aktuell Räume für Yoga- und Gymnastikangebote ebenso wie normgerechte Hallen, in denen Mannschaften trainieren und Wettkämpfe ausgetragen werden können. Wir müssen darum bereits Wartelisten führen und können die Nachfrage nicht mehr in allen Bereichen befriedigen.

Worüber freuen sich Mitglieder in Ihrem Verein am meisten?

Ich glaube, dass sie in unseren vereinseigenen Anlagen gut gepflegte und funktionierende Sportmöglichkeiten vorfinden. Außerdem bekommen wir häufiger die Rückmeldung, dass Menschen bei uns eine Heimat gefunden haben und sich auch darum wohlfühlen. Unsere Mitglieder haben also einen Ort, zu dem sie gerne gehen und eine Gemeinschaft, die sie gerne treffen.

Worüber klagen Mitglieder am meisten?

Meist darüber, dass, insbesondere in Hallen, zu wenig Trainingszeiten zu bekommen sind, oder dass diese nicht attraktiv genug sind. Wenn wir einer Sportgruppe eine Hallenzeit erst um 22 Uhr anbieten können, ist das aber auch nachvollziehbar. Wie gesagt, es fehlt an freien Zeiten in Hallen und auf Sportplätzen.

Bekommt der Vereinssport in Hamburg genug Wertschätzung?

Ich habe das Gefühl, dass die Wertschätzung für den Sport gestiegen ist. Da die vielen Leistungen des Sports nicht alle messbar sind, ist schwer zu sagen, wann es genug ist. Meines Erachtens ist der Sport aber noch nicht auf der Höhe der Wertschätzung, wie sie beispielsweise der Kultur entgegen gebracht wird.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Der Wert des Sports liegt in…

…seinen idenditätsstiftenden Wirkungen.