Eine Zurückhaltung der Politik ist festzustellen

Wir fragen die Vereine und Verbände in Hamburg, was im Sport gut läuft und wo der Schuh drückt. In einer losen Folge von Interviews entsteht so ein Bild der Stimmungslage im Hamburger Sport.

Dieses Mal sprechen wir mit Andreas Völker, 1. Vorsitzender des Hamburger Segler-Verbands.

Wie schätzen Sie die Lage des Sports in Hamburg ein?

Seit der gescheiterten Olympia-Bewerbung ist eine deutliche Zurückhaltung der Hamburger Politik bei der – insbesondere finanziellen – Unterstützung des Vereinssports festzustellen.

Wie ist die Lage in Ihrem eigenen Verein?

Wir sind zurzeit noch in der glücklichen Lage, dass sich der Mitgliederbestand konstant hält. Das erreichen wir durch die intensive Nachwuchsförderung mit Hilfe vieler ehrenamtlich arbeitender Vereinsmitglieder.

Was ist die größte Leistung des Sports in Hamburg?

Für mich sicherlich, dass der Sport nicht nur Jung und Alt, sondern, wie wir besonders in den letzten Jahren erleben, auch Menschen unterschiedlicher Kulturen verbindet.

Was fehlt dem Sport am meisten?

Investition in die Infrastruktur der Sportanlagen, in unserem Falle der Hafenanlagen.

Worüber freuen sich Mitglieder in Ihrem Verein am meisten?

Natürlich, wenn sie, sei es an den Wochenden oder auch im Urlaub auf Alster, Elbe, Nord- und Ostsee auf dem Wasser sein und ihren Sport ausüben können.

Worüber klagen Mitglieder am meisten?

Über die zunehmende Behinderung des Wassersports durch Verschlickung der Häfen an der Elbe.

Bekommt der Vereinssport in Hamburg genug Wertschätzung?

In der öffentlichen Wahrnehmung erfährt der Vereinssport sicherlich ein hohes Maß an Wertschätzung. Auf politischer Ebene scheint mir der Fokus jedoch eher auf der Förderung sportlicher Großereignisse zu liegen.

Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Der Wert des Sports liegt in…

...der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, der Förderung sozialen Verhaltens und bürgerschaftlichen Engagements.