Spitzensportlerquote für die Vergabe von Masterstudienplätzen

Der Senat hat die Einführung einer Spitzensportlerquote für die Vergabe von Studienplätzen für Masterstudiengänge und höhere Fachsemester beschlossen. Ziel ist es, Sportlerinnen und Sportlern eine „Duale Karriere“ zu ermöglichen und Hamburg als Leistungssportstandort weiter zu stärken. Die Quote soll entsprechend der für die Vergabe von Studienanfängerplätzen bestehende Rechtslage geregelt werden: Zwei Prozent der Studienplätze im jeweiligen Studiengang, mindestens jedoch ein Studienplatz, fallen demnach unter die Regelung. Die Quote gilt dabei für Sportlerinnen und Sportler mit Bundeskaderstatus für eine vom Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein betreute Sportart. Bisher gab es eine solche Maßnahme nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger.

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung: „Der Spitzensport erfüllt eine wichtige Vorbild- und Multiplikatorfunktion für den Breitensport, kann aber in den seltensten Fällen eine dauerhafte berufliche Perspektive bieten. Mit dem neuen Gesetzesentwurf wollen wir sportlichen Talenten aus Hamburg eine verlässliche Studienperspektive über den Bachelor hinaus ermöglichen und sie langfristig an Hamburg als Trainings- und Lebensmittelpunkt binden. Gleichzeitig wird die Attraktivität Hamburgs als Hochschulstandort gesteigert – und somit auch für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler aus anderen Ländern noch interessanter.“

Andy Grote, Senator für Inneres und Sport: „Die Active City Hamburg bietet Sportlerinnen und Sportlern mit der Spitzensportlerquote die Möglichkeit, auf sportlich höchstem Niveau zu trainieren und dabei auch ihre berufliche Entwicklung optimal zu planen. Wir schaffen nicht nur durch Investitionen in Trainingsstätten beste Voraussetzungen für den Spitzensport. Wir bieten durch die „Duale Karriere“ auch eine speziell auf unsere Leistungssportlerinnen und -sportler zugeschnittene Berufsförderung. Jede Sportkarriere endet irgendwann. Wir tragen gegenüber unseren Athletinnen und Athleten eine Verantwortung, damit sie auch nach Beendigung ihrer aktiven Zeit im Spitzensport beruflich erfolgreich sein können. Mit der Spitzensportlerquote gewährleisten wir diese Vereinbarkeit von Sport und Berufsausbildung.“

Ingrid Unkelbach, Leiterin des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein: „Mit der Einführung der Spitzensportlerquote für die Vergabe von Studienplätzen für Masterstudiengänge und höhere Fachsemester wird aus Hamburg ein wichtiges Zeichen bei der bundesweiten zentralen Forderung zur Dualen Karriere im Rahmen der Leistungssportreform gesetzt. Für die individuelle langfristige "Duale Karriereplanung" ist es für die Athletinnen und Athleten immens wichtig, an ihren Bundesstützpunkten optimale Bedingungen vorzufinden. Mit der Spitzensportlerquote wird es unseren Athletinnen und Athleten ermöglicht, neben der sportlichen Karriere auch ihr gewünschtes Studium fortzusetzen bzw. durch einen Master zu komplettieren und damit die duale Laufbahn voranzutreiben.“ 

Aufgrund der Bindung an Trainingsstandorte sind Spitzensportlerinnen und Spitzensportler auf die jeweils in der Nähe befindlichen Hochschulen angewiesen. Ihre Zulassungschancen sind daher geringer als bei den nicht ortsgebundenen Bewerberinnen und Bewerbern. Das wird nicht nur beim Erststudium, sondern auch bei der Studienplatzvergabe für zulassungsbeschränkte Masterstudiengänge und beim Quereinstig in ein höheres Fachsemester deutlich. Diesem Nachteil will der Senat nun mit seinem Vorschlag zur Förderung der „Dualen Karriere“ von Spitzensportlerinnen und Sportlern entgegenwirken. (Pressestelle des Senats )