Tanzbrücke Hamburg e.V., Gewinner des Fotowettbewerbs „Mein Leben im Verein“ des DOSB
Foto: Slava Berezovski

Politik baut weiter auf Integrationskraft des Sports

BMI und BAMF setzen die Förderung des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ fort.

Ein deutliches Signal an den organisierten Sport: Das seit vielen Jahren mit Erfolg umgesetzte Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) erhält auch in der Zukunft umfangreiche finanzielle Unterstützung durch die Politik. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), hat eine entsprechende Fördermittelzusage vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bis 2020 erhalten. Die Zuwendungen in diesem Zeitraum werden pro Jahr mehr als 11 Millionen Euro betragen. Der Bewilligungsbescheid gilt vorbehaltlich der Verabschiedung des Bundeshaushaltes.

Bei uns im Haus des Sports ist die Freude darüber groß, dass wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen und auch in Zukunft weiter wichtige Impulse setzen können! Wir werden unsere dauerhafte Aufgabe mit großem Einsatz fortführen und Konzepte zur interkulturellen Öffnung des Sports in Hamburg weiterentwickeln und unsere Expertise weitergeben.

2019 feiert „Integration durch Sport“ sein Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen. Dem DOSB obliegt die Verantwortung bei der strategischen Programmleitung, den Landessportbünden die Umsetzung; die Ideen und Angebote entstehen in den mittlerweile mehr als 4.000 programmnahen Sportvereinen. Sie haben mithilfe der Bundesförderung in den vergangenen drei Jahrzehnten ein beeindruckendes Spektrum an individuellen Integrationsleistungen für Menschen mit Migrationshintergrund entwickelt.

Das Angebot der Vereine reicht weit über den Sport hinaus, deckt mittlerweile Hausaufgabenhilfe und Sprachunterricht genauso ab wie die Unterstützung bei Behördengängen oder der Arbeitsplatzsuche. Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund liegt laut der wissenschaftlichen Erhebung der Berliner Humboldt-Universität in IdS-geförderten Vereinen rund sechsmal höher als im Bundesdurchschnitt.

Um angesichts der hohen Fördersumme für die nötige Transparenz zu sorgen, hat die beim DOSB angesiedelte Programmleitung einen Verteilerschlüssel für die Landessportbünde erarbeitet und für die Programmabwicklung ein Förderportal für die beteiligten Verbände eingerichtet. Ein Schwerpunkt des anstehenden Förderzyklus wird sein, Menschen mit Migrationshintergrund nicht allein in die Vereine zu führen, sondern sie noch stärker in die Gestaltung des Vereinslebens einzubinden.

Ein zweiter Schwerpunkt wird auf der Kommunikation liegen, um das Programm tiefer in den organisierten Sport, aber auch in die Gesellschaft zu tragen. Vor allem der letzte Aspekt zielt auf ein wichtiges Anliegen des DOSB ab: „Wir müssen eine Kultur befördern, die Integration als normalen Teil des sozialen Engagements begreift und nicht als Ausnahmeleistung Einzelner. Eine größere öffentliche Anerkennung sowie gesetzliche Erleichterungen für das Ehrenamt könnten ein erster Schritt zur Aufwertung sein“, sagte Walter Schneeloch, DOSB-Vizepräsident Breitensport und Sportentwicklung.

„Wir danken dem Bundesinnenministerium und dem BAMF für die intensive und fortgesetzte Unterstützung des Bundesprogramms. Wir verstehen sie als Wertschätzung für den organisierten Sport und seine vielfältigen und wichtigen Integrationsleistungen. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Sportvereine hervorragende Arbeit geleistet, als an vielen Stellen unbürokratische Hilfe dringend nötig war. Gleichzeitig fühlen wir uns durch den politischen Rückhalt darin bestärkt, uns weiter in die Diskussionen zur gesellschaftlichen Gestaltung unseres Landes einzubringen“, sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Quelle: DOSB