Inklusion ist so machbar!

„Jetzt hat sich die Veranstaltung etabliert“, Klaus Jakobs, erhitzt, erschöpft aber glücklich muss nicht lange überlegen mit seinem Resümee über den Sporttag Inklusiv. Der Geschäftsführer des Hamburger Leichtathletikverbandes ist seit vier Jahren unser Partner bei der Vorbereitung und Durchführung der Sportveranstaltung auf der Jahnkampfbahn – genauso wie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg. Alle sind sich einig: Die Geduld und die Arbeit haben sich gelohnt.

Über 700 begeisterte Sportler, soviel wie nie, tummelten sich am 9. Juni zwischen 14 und 18 Uhr im Stadion hinter dem Planetarium. Da wurde gesprintet, gesprungen und geworfen was das Zeug hält – der gleißenden Sonne zum Trotz. Schließlich gab es ja Eis und eine Menge Getränke umsonst. Rund 80 ehrenamtliche Helfer prüften, halfen und sorgten für einen reibungslosen Ablauf

Es war völlig egal, ob die Turnschuhe dabei waren, notfalls wurde eben auch mal barfuß gelaufen. Selbst Sportsenator Andy Grote und Staatsrat Christoph Holstein hielten sich länger auf, als es ihr Zeitplan erlaubte und probierten sich an den unterschiedlichsten Mitmachstationen aus. Besonders begeistert war Andy Grote bei seinen Versuchen, sich mit  Rollstuhl und Basketball auf den Rädern zu halten, was sich als gar nicht so einfach herausstellte.

Denn Inklusion wird an diesem Tag immer groß geschrieben. Andrea Sonnenberg vom Verein „Phoenix Sport“ ist mit ihren Jugendlichen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen,  extra aus Bergedorf angereist, um das Sportabzeichen abzulegen. „Nirgendwo ist Inklusion so machbar wie beim Sport“, sagt Andy Grote. „Wir wollen mit barrierefreien Sporthallen und weiteren Veranstaltungen auf allen Ebenen noch mehr behinderte Menschen integrieren.“

Das Beispiel von dem kleinen Oscar (8/Foto) zeigt, dass auch Eigeninitiative möglich und nötig ist. Seine Eltern nutzen den Sporttag Inklusiv , um Werbung für eine Fußballmannschaft für Kinder mit Cerebralparese (CP) zu machen, eine Störung des Bewegungsapparates durch eine frühkindliche Hirnschädigung. Vater Magnus:  „Oscar will nichts lieber als Fußball spielen. Momentan gibt es aber keine Mannschaft, wo so etwas möglich ist.“ Die Familie hat also Zettel gedruckt und verteilt, in der Hoffnung, fünf Kinder zu finden, um ein eigenes Team zu gründen. Inklusion ist so machbar!

Ob also alt, jung, mini oder maxi,  talentiert oder auch nicht. Die Begeisterung beim Sporttag Inklusiv war von allen Seiten spürbar. Klar dass Klaus Jakobs und HSB-Vorstand Ralph Lehnert sofort übereinstimmen: „Natürlich wird es einen Sporttag Inklusiv 2019 geben.“

Wir bedanken uns herzlich bei den Unternehmen Haspa, Coloplast, Hamburg Airport, Stolle, Glynt, Lammsbräu, Lycka, dem Blinden- und Sehbehinderten Verein Hamburg (BSVH), dem Verein Leben mit Behinderungen (in Koop. mit dem SV Eidelstedt), dem Verein Ich kann Leben retten und der Stadt Hamburg für die finanzielle und inhaltliche Unterstützung.