Forderung nach Kostendeckung für Rehasport im Wasser

Ein Thema mit besonderer Relevanz für Hamburg

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat in einer Pressemitteilung vom 12.12.2018 eine bundesweite Kostendeckung für Rehasport Maßnahmen im Wasser gefordert (siehe unten).

Wie dort klargestellt wird, haben die Rehabilitationsträger und damit auch die gesetzlichen Krankenversicherungen als größter Leistungsträger beim ärztlich verordneten Rehabilitationssport einen gesetzlichen Versorgungsauftrag. Leider wird es jedoch für viele Vereine als Anbieter von Rehabilitationssport immer schwieriger ein gutes Angebot aufrechtzuerhalten. Die Kostendeckung ist aus mehreren Gründen bisher nicht gegeben. Besonders betroffen sind dabei Rehasport-Angebote im Wasser.

Situation in Hamburg

Der Behinderten- und Rehabilitation-Sportverband Hamburg (BRSH) hat im September 2018 eine detaillierte Analyse zum Rehabilitationssport in Hamburg vorgelegt (siehe rechts im download).

Daraus wird klar, dass die Nachfrage nach Rehabilitationssport in Hamburg kontinuierlich zunimmt, so dass im Jahr 2018 1.292 Rehabilitationssportgruppen zugelassen waren, davon 1.167 durch den BRS Hamburg (Quelle: DBS/vdek-Bund Datenvollerhebung mit Stand 01.01.2018).
Allerdings besteht eine erhebliche Unterversorgung mit Rehabilitationssportangeboten, deren Gründe vielschichtig sind, sich aber auf zwei Hauptfaktoren zurückführen lassen:

  • Mangel an kostenfreien bzw. kostengünstigen geeigneten städtischen Sportstätten
  • Zu niedrige Vergütung des Rehabilitationssports durch die Rehabilitationsträger einschließlich unzureichender Vergütungsstruktur.

Für den Bereich Rehasport im Wasser ist die Situation noch schwieriger. Der bestehenden Mangel an Angeboten führt teilweise zu Wartelisten von über einem Jahr, und das für Menschen, die einen gesetzlichen Anspruch haben. Die Kostenstruktur in Hamburg ist mit vielen anderen Bundesländern nicht vergleichbar. Übungsleiter und Wasserzeiten kosten viel mehr als im Bundesdurchschnitt. Würde sich Hamburg zum Ziel setzen, sich bei der Versorgung mit Rehabilitationssport dem Bundesdurchschnitt zu nähern, bräuchte man 120-140 Wochenangebote im Wasser zusätzlich. Vor dem Hintergrund der Kostenstruktur ist es für viele Vereine aber nicht realistisch kostendeckende Angebote zu den derzeitigen Konditionen zu machen. Da Maßnahmen im Wasser speziell für Menschen mit drohenden Behinderungen sowie chronischen Erkrankungen eine wichtige Möglichkeit sind sich gezielt zu bewegen, hat diese Unterversorgung gravierende Folgend für diese Personengruppe.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage beim Rehasport im Wasser sollte auch in Hamburg an einer Änderung des Status Quo dringend gearbeitet werden. Das Ziel sollten angemessene Vergütungssätze, eine hinreichende Vergütungsstruktur auf Landesebene und mehr geeignete Sportstätten in ganz Hamburg sein, damit Vereine auch wieder entsprechende Angebote machen können.