Historie des Programms "Integration durch Sport"

Begonnen hat alles 1989. Das Programm wurde zunächst in einigen wenigen Bundesländern als Modellprojekt umgesetzt, dann auf weitere Bundesländer übertragen und dort weiterentwickelt.

Begonnen hat alles 1989. In der Zeit als viele Aussiedler und Spätaussiedler aus den Staaten des ehemaligen Ostblocks in die Bundesrepublik Deutschland kamen, entwickelte der DOSB (damals noch DSB) das Projekt „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“ und begann mit der Einstellung einer Koordinatorin auf Bundesebene. Das Programm wurde zunächst in einigen wenigen Bundesländern als Modellprojekt umgesetzt, dann auf weitere Bundesländer übertragen und dort weiterentwickelt. Das grundsätzliche Ziel des Projektes, Menschen aus anderen Kulturen mit den Strukturen des organisierten Sports und den Angeboten in Sportvereinen in Deutschland vertraut zu machen, besteht bis heute.

1990 wurde das Projekt auch in Hamburg etabliert.

Um der aktuellen Zuwanderungssituation gerecht zu werden, wurde das Programm 2001/2002 auf alle Menschen mit Migrationshintergrund ausgeweitet. Aus dem Projekt „Sport für alle – Sport mit Aussiedlern“ wurde das Programm „Integration durch Sport“. Am Anfang waren es in der Regel einfache Sportangebote, die mit einem Sportmobil vor Ort und leicht zugänglich von den Vereinen und Koordinator*innen angeboten wurden.

Später wurde der Fokus zunehmend auf die gezielte Einbindung von Migrant*innen in ein freiwilliges Engagement, die Einbindung des Themas in die Strukturen der Vereine sowie die Qualifizierung von freiwillig Engagierten für interkulturelle Themen gelegt. Den Grundstein für diese Entwicklung legte u.a. eine Evaluation der Universität Potsdam im Jahr 2007, die die Ziele und Strategien sowie die Umsetzung des Programms in den Verbänden und Vereinen analysierte und auswertete. Daraus ergaben sich einige Handlungsempfehlungen, die für neue Impulse in der Programmarbeit sorgten. So zum Beispiel die Etablierung einer Qualifizierungsmaßnahme „Sport interkulturell“ (heute „Fit für die Vielfalt“) für die Mitarbeiter*innen des Programms und besonders für die Engagierten in den Vereinen.

Wir haben das Programm dahingehend weiterentwickelt, dass der Schwerpunkt seiner Leistungen vor allem darin liegt, die Vereine in der interkulturellen Entwicklung zu beraten und zu begleiten und ihre Haupt- und Ehrenamtlichen für die Integrationsarbeit zu qualifizieren.

Mit zahlreichen Projekten, ist es in den vergangenen Jahren gelungen, unterrepräsentierte Gruppen wie z.B. Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund für Sport und Bewegung im Verein zu begeistern. Viele von ihnen haben sich sogar für ein freiwilliges Engagement im Verein entschieden. Ein Best-Practice-Beispiel dafür ist das ehemalige ESF-Projekt „Beweg deinen Stadtteil“, das heute noch von den Botschafter*innen des Sports in den Vereinen weiter getragen wird.

Prägend für die Entwicklung des Programms ist vor allem die Ausrichtung und Anpassung der Programmstrukturen an neue Zielgruppen, je nach Veränderungen der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Das Programm und die Vereine haben in den letzten 30 Jahren gezeigt, dass sich der Sport und die Sportvereine bewusst mit dem Thema Integration auseinandersetzen, flexibel auf neue Situationen reagieren und großes Engagement dahinter setzen.

„Sport has the power to change the world“, sagte schon Nelson Mandela. Diese Kraft werden wir auch in Zukunft mit dem Programm „Integration durch Sport“ weiter nutzen und fördern.