"Starke-Familien-Gesetz“: Sozial benachteiligte Kinder in den Sportverein!

Bildungs- und Teilhabepaket bringt Erleichterungen für den Sport.

Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen können durch die finanzielle Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zum Beispiel Sportvereinsbeiträge begleichen. Hierbei hat der Deutsche Bundestag mit dem „Starke-Familien-Gesetz“ nun Verbesserungen beschlossen. Am 12. April 2019 haben die Länder im Bundesrat ebenfalls zugestimmt.

Das Gesetz regelt unter anderem Verbesserungen in den Bildungs- und Teilhabeleistungen und soll so dazu beitragen, Kinderarmut in Deutschland zu verringern, Ausschluss von Freizeitaktivitäten zu vermeiden und Teilhabe zu ermöglichen.

Ab 1. Juli 2019 können für den Sportverein oder den Musikunterricht künftig monatlich nicht nur zehn Euro, sondern 15 Euro finanziert werden. In einem sogenannten Globalantrag wird anzugeben sein, ob man die Leistungen für die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in Anspruch nehmen möchte. Die Vereinsmitgliedschaft des Kindes muss nachgewiesen werden, es soll aber kein separater Antrag mehr zu stellen sein. Die 15 Euro werden als echte Pauschale gezahlt. Dies ist letztendlich der konsequente Versuch, Bürokratieaufwand für Eltern, Dienstleister und Verwaltung zu reduzieren. 

Der dsj-Vorsitzende Jan Holze sagte: „Wir freuen uns über die Aufstockung der Leistungen für Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben auf 15 Euro, denn Kinder dürfen in der Freizeit nicht ausgeschlossen sein, sondern müssen bei Sport und Spiel mitmachen können. Sie sollen möglichst unabhängig von finanziellen Mitteln des Elternhauses faire Chancen haben und Fähigkeiten entwickeln können. Wir wissen zum Beispiel aus den Großstädten, dass zehn Euro pro Monat nicht ausreichen, um einen Sportvereinsbetrag zu begleichen. Der Verwaltungsaufwand rund um das Bildungs- und Teilhabepaket war zusätzlich in den letzten Jahren in der Kritik und auch Grund dafür, dass Sportvereine sich aus der Abwicklung zurückgezogen haben. Hier sind jetzt Erleichterungen in Aussicht gestellt. Wir brauchen jetzt eine schnelle Klärung der Verfahren bei den auszahlenden Behörden in Kooperation mit den Trägern. Dort wo es gut läuft, muss die Zusammenarbeit natürlich so weitergeführt werden. Ich möchte Verantwortliche in Sportvereinen und -verbänden bitten, neue Mitglieder und natürlich auch alle andern Mitglieder aktiv auf die Möglichkeiten der Unterstützung durch Jobcenter, bei der Stadtverwaltung oder bei der Kreisverwaltung hinzuweisen.“

Für die Freie und Hansestadt Hamburg bedeutet die Aufstockung der soziokulturellen Teilhabe über das Bildungs- und Teilhabepaket die Anhebung der Fördersumme im Förderprogramm der Hamburger Sportjugend „Kids in die Clubs“.
Hier wird die monatliche Fördersumme von 12,00 € (seit April 2019) ebenfalls auf 15,00 € zum Juli 2019 angehoben. Aktuell arbeitet die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gemeinsam mit der Hamburger Sportjugend an einer schlanken Verwaltungsumsetzung für die Träger. Sowie hier ein Verfahren gefunden wurde, werden wir wieder informieren.

Quelle: DOSB