Vertrauen zum Wasser schaffen

Die Hamburger Morgenpost und der Verband für Turnen und Freizeit (VTF) suchten Anfang des Jahres die innovativsten Vereinsangebote in Hamburg. Im Februar 2019 wurden der TuS Harburg im Rahmen der Messe "Gesund + Aktiv Hamburg" zusammen mit zwei weiteren Vereinen geehrt. Wofür? Das vom Programm „Integration durch Sport“ geförderte Projekt ist ein Integratives Frauenschwimmen unter dem Titel „Wir machen Frauen zu Frauen – Emanzipation durch Schwimmen & Meer“.

Der Kurs soll geflüchteten, teils traumatisierten Frauen ab 14 Jahren ihre Angst vor dem Element Wasser nehmen. Katja Böttger, Auszubildende zur Sport- und Fitnesskauffrau nahm den Aufbau der Gruppe und die Organisation in die Hand.

Die Frauen, denen in ihrer Heimat oft verboten wurde in ein Schwimmbad zu gehen, durften hier unter sich sein, können ihre Scheu voreinander verlieren und so eventuell zeitnah Selbstvertrauen aufbauen. Der Zugang zum Lehrschwimmbecken war für männliche Mitglieder in der Zeit der Übungsstunde untersagt. Zeitgleich schafft der Kurs eine Ablenkung vom schwierigen Alltag, dient der Stressbewältigung, schafft neues Körpergefühl und fördert die Gesundheit.

Katja Böttger war begeistert von der positiven Entwicklung, die die Frauen zwischen 30 und 49 Jahren innerhalb zwei Monaten genommen haben. Während die eine ihre große Angst vor dem Wasser mit Hilfe von Wassergewöhnung und Auftriebmitteln überwinden konnte, die andere ohne Schwimmerfahrung bereits mit Schwimmnudel unterwegs war, schwamm die nächste schon zwei Bahnen durchgehend ohne Hilfsmittel und tauchte nach einem Ring am Beckengrund.

Ein toller Erfolg, der auch in diesem Jahre weitergeführt werden soll.

Perspektivisch möchte der TuS Harburg die Teilnehmerinnen dazu animieren, sich langfristig im Verein zu engagieren und weitere Sportangebote in Anspruch zu nehmen.