Verbesserung im steuerlichen Gemeinnützigkeitsrecht

Zur steuerlichen Förderung des Ehrenamts diskutierte in der Hamburger Landesvertretung beim Bund auf Einladung von Finanzsenator Andreas Dressel eine Runde von Abgeordneten und Interessenvertretern von Organisationen, die im wesentlichen durch ehrenamtliches Engagement geprägt sind. Die Sicht des Hamburger Sports stellte HSB-Vorstandsvorsitzender, Ralph Lehnert, dar.

Der Hamburger Sport ist durch Ehrenamt geprägt. Die Sportvereine haben im letzten Jahr über 3.000 Übungsleiter mit über 600.000 Übungsleiterstunden beim HSB abgerechnet. Wichtig zu betonen ist, dass das bei weitem nicht alle Übungsleiter*innen im Hamburger Sport sind. Der Sportentwicklungsbericht, der auf Grundlage von Vereinsbefragungen erstellt wird, geht für Hamburg von über 6.000 Vorstandsämtern in Vereinen und 10.000 ehrenamtlichen Engagierten auf der Ausführungsebene, also Übungsleitende und Trainer*innen aus. Diejenigen Leistungen der freiwilligen Helfer, also der Helferinnen und Helfer bei Sportveranstaltungen, Vereinsfesten, Fahrdiensten, Renovierungen etc. sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Ralph Lehnert: "Der Hamburger Sportbund unterstützt den Impuls von Senator Dressel, das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht weiter zu reformieren und zu vereinfachen. Weniger Bürokratie bedeutet auch im Sport für alle unsere Mitglieder eine deutliche Stärkung ihrer Strukturen. Ohne Ehrenamt wäre der organisierte Sport wohl in ganz Deutschland undenkbar. Eine Erhöhung z.B. der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen wäre ein sehr positives Signal und ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem organisierten Sport."

Finanzsenator Andreas Dressel hat nun ein Maßnahmenpaket zur Verbesserung im steuerlichen Gemeinnützigkeitsrecht vorgelegt. Unter anderem wird eine Anhebung der Übungsleiterpauschale von jetzt 2.400 € auf 3.000 € p.a. vorgeschlagen, die Ehrenamtspauschale soll von 720 € auf 840 € p.a. steigen. Des Weiteren gibt es weitere  Vorschläge, mit denen das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht entbürokratisiert und das Ehrenamt gestärkt werden kann, wie beispielsweise die Vereinfachung des Spendennachweises. Auch die Erhöhung der Einnahmengrenze für die Befreiung von der Körperschaft- und der Gewerbesteuer von derzeit 35.000 Euro auf 45.000 Euro würde für Vereine eine Erleichterung bedeuten.

Befragungen von ehrenamtlich Engagierten zeigen, dass das finanzielle Motiv nicht das entscheidenden bei der Aufnahme einer Tätigkeit ist. In den Vorschlägen Hamburgs kommt eine Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement und die Vereinsstrukturen, die den Rahmen für dieses Engagement bilden, zum Ausdruck, die der HSB ausdrücklich unterstützt.