Hamburger Sterne des Sports

Bereits zum 9. Mal wurden in Hamburg die Sterne des Sports vergeben. Drei Vereine durften sich über einen Stern in Silber und Siegprämien freuen.

Zusammen mit der Hamburger Volksbank vergeben wir heute zum neunten Mal die „Sterne des Sports“. Über einen Stern in Silber und Siegprämien in Höhe von insgesamt 7.000 Euro freuen sich der Parkour Creation e.V., die Ruder-Gesellschaft HANSA e.V. und der SV Eidelstedt.

Der Wettbewerb unter der Patenschaft von Handballer Toto Jansen zeichnet das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Hamburger Sportvereine aus.

Die Laudationes auf die Gewinner hielten Toto Jansen vom Handball Sport Verein Hamburg, die Para-Rudererin Sylvia Pille-Steppat und Nationaltrampolinturner Daniel Schmidt. Durch den Abend führte NDR-Sportreporter Michael Augustin.

„Die Preisträger verdeutlichen mit ihren Gewinnerprojekten in diesem Jahr vor allem eins: Die Vereine übernehmen durch ihr kooperatives und integratives Handeln zunehmend eine gesellschaftspolitische Rolle. Der Breitensport beweist sich als soziales Netzwerk, das die Anforderungen, Bedürfnisse und Trends der Nachbarschaft aufspürt und mit allergrößtem Herzblut erfüllt. Längst agieren die Akteure über die Vereins- oder Genregrenzen hinaus und setzen zukunftsorientiert ihre Themen durch. Hier zeigt sich unermüdliches Engagement für den Einzelnen, die Gruppe und die gemeinsame Sache, das wir begeistert auszeichnen", so Dr. Reiner Brüggestrat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank.

 Die fünfköpfige Jury bestehend aus Dr. Reiner Brüggestrat von der Hamburger Volksbank, Matthias Steiner von NDR 90,3, Carsten Harms vom Hamburger Abendblatt, Ralph Lehnert vom HSB sowie Gunnar Sadewater vom Hamburg Airport hatte die Projekte überprüft und neben der sportlichen Leistung vor allem das gesellschaftliche Engagement bewertet. Dazu zählten Themen wie Gesundheit, Familie, Kinder und Jugendliche, sowie gesellschaftspolitische Programme zur Integration und Inklusion.

Der Parkour Creation e.V. (1. Platz, Großer Stern in Silber) wurde für sein Projekt „DIE HALLE“ ausgezeichnet. Diese Einrichtung ist eine bundesweit einzigartige Sport- und Begegnungsstätte rund um die urbane Sportart ‘Parkour’. Unweit des Hamburger Hauptbahnhofs wurde im Oberhafenquartier ein kultureller Möglichkeitsraum geschaffen, der Sport, Kunst und Freizeit spielerisch und unkonventionell miteinander vernetzt. Getreu dem Motto "DIE HALLE FÜR ALLE" ist der niedrigschwellige Zugang sehr wichtiger Teil des Konzepts, damit möglichst viele Menschen unabhängig von Alter, Religion, Geschlecht, oder Herkunft zusammen Sport treiben können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt daher seit Vereinsgründung im Jahr 2014 auf den vielfältigen sozialen Projekten zur Integration und Inklusion. Seit 2016 ist Parkour Creation e.V. auch Stützpunktverein im Programm Integration durch Sport. Das Programm des Vereins ist dabei so vielseitig, wie die Sportart selbst. Neben Kursen, Workshops und Veranstaltungen rund um Parkour bereichern Angebote aus Capoeira, Calisthenics, Acroyoga, Movement und Tricking DIE HALLE um vielfältige bewegungskulturelle Aktivitäten. Am Vormittag ist DIE HALLE ein einmaliger externer Lernort für den Schulsport. Insgesamt werden jede Woche über 600 Vereinsmitglieder und hunderte Tagesgäste in Bewegung gebracht.

Die Rudergesellschaft HANSA e.V. (2. Platz, Kleiner Stern in Silber) wurde für das Projekt „Rudern gegen Krebs“ ausgezeichnet. Das Angebot Patienten und Patientinnen mit Krebs ein ganzjähriges Rudertraining anzubieten gibt es seit 2016. Ziel ist es durch dieses Training, das von Bundesfreiwilligendienstler*innen geleitet wird, die Lebensqualität der Erkrankten verbessern zu können. Die seit 10 Jahren ausgerichtete Regatta „Rudern gegen Krebs“ richtet zusätzlich alle Aufmerksamkeit auf diese Menschen und deren Krankheit. Bisher haben 55 Patienten-Teams aus ganz Deutschland und über 2000 Ruderer gesamt teilgenommen. Die Mitglieder der RG HANSA bereiten ehrenamtlich alle Teilnehmer sechs Wochen auf die Rennen vor. Der Regattaerlös wiederum kommt Sportprojekten in Hamburg für Menschen mit Krebs zugute.

Der SV Eidelstedt e.V. (3. Platz, Kleiner Stern in Silber) wurde für sein Projekt „Inklusives Trampolinturnen“ ausgezeichnet. Die Initialzündung für dieses Projekt kam aus dem Wunsch heraus, ein spezielles Bewegungsangebot für weniger bewegungstalentierte Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigungen zu schaffen, das Spaß macht und zu Bewegung motiviert. Der SV Eidelstedt nahm sich 2018 dieser Herausforderung an und beschäftigte sich mit der Idee einer Inklusiven Trampolingruppe. Auf dem Trampolin können auch stark eingeschränkte und adipöse Springer*innen viele spannende Bewegungserfahrungen sammeln, wie bei sonst keiner anderen sportlichen Aktivität. Da es weder Fachliteratur noch bundesweit vergleichbare Sportgruppen dieser Art gab, konnte der der SVE erst nach akribischer Recherchearbeit, Abstimmung mit der Stiftung Anschar Höhe und der Anschaffung eines speziellen Trampolins ein funktionierendes Projekt mit sport- und heilpädagogischer Ausgestaltung starten.

„Ohne Sportvereine und deren Engagement wäre die Umsetzung von vielen gesellschaftlichen Veränderungen in unserem Land gar nicht möglich. An unseren diesjährigen Preisträgern kann man sehen, dass Sportvereine Probleme erkennen, Verantwortung übernehmen und einen relevanten Beitrag zur Lösung leisten. Durch die langjährige Unterstützung der Hamburger Volksbank können wir auch in diesem Jahr wieder die vielfältige Arbeit in diesem Bereich würdigen und uns für den Einsatz bedanken“, sagte Ralph Lehnert, Vorstandsvorsitzender des Hamburger Sportbunds.

Der Parkour Creation e.V. (1. Platz) geht mit seinem „Großen Stern in Silber“ in das Rennen um den „Großen Stern des Sports“ in Gold, der seit 2004 jährlich in Berlin vergeben wird. Die Preisverleihung für die diesjährigen Gewinner nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. Januar 2020 vor. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von 10.000 €.

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