Die Hamburger Rolli-Allianz geht in die Verlängerung

Aus drei werden fünf: auch in den Jahren 2020 und 2021 bekommen Hamburger Schüler*innen die Möglichkeit, sich in Rollstuhl-Sportarten auszuprobieren.

Im Januar 2017 unterzeichneten unter der Schirmherrschaft der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, der Deutsche Rollstuhl-Sportverband, die Stiftung Allianz für Kinder, der Verein Allianz für die Jugend, die Evangelische Stiftung Alsterdorf, der Hamburger Sportbund sowie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg eine Projektvereinbarung. Ziel war es, den Rollstuhlsport an Hamburger Schulen bekannt zu machen und zu etablieren, um Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung gemeinsamen Sportunterricht zu ermöglichen. Damit sollten frühzeitig Berührungsängste abgebaut, die Fähigkeiten der Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, hervorgehoben und ein gemeinsames Miteinander spielerisch angeboten werden.

Knapp 1.300 Schüler*innen aus 30 Schulen haben bisher an den Angeboten teilgenommen. Darüber hinaus profitierten fast 1.000 Kinder und Jugendliche von den jährlich durchgeführten Sporttagen. Eine Evaluation der in 2019 angebotenen Aktionstagen sowie des jährlich stattfindenden Rollstuhl-Sporttages haben gezeigt, dass die jungen Menschen nach dem Ausprobieren von Rollstuhl-Sportarten ein anderes Bild von Rollstuhl-Nutzer*innen haben. Sie gehen unbefangener mit ihnen um, trauen den Betroffenen mehr Selbständigkeit zu und sehen sie als weniger hilfsbedürftig an. Nach drei Jahren Projektzeit mit zahlreichen Schnupperkursen in unterschiedlichen Rollstuhl-Sportarten und den zusätzlichen Rolli-Aktionstagen sind sich alle Projektpartner*innen einig: Die Rolli-Allianz war so erfolgreich, dass sie für weitere zwei Jahre verlängert wird.

„Die positiven Ergebnisse überraschen mich nicht,“ äußert sich die Schirmherrin Ingrid Körner erfreut. „Denn dieser Sport bietet die beste Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu sein und Spaß zu haben, die Fähigkeiten der Einzelnen in den Vordergrund zu stellen und damit Vorurteile abzubauen.“

Ulf Mehrens, 1. Vorsitzender des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes: „Wir freuen uns sehr, mit der Fortführung des Erfolgsprojekts „Hamburger Rolli-Allianz“ auch zukünftig die Faszination des Rollstuhlsportes für Kinder und Jugendliche in Hamburg erlebbar machen zu können. Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit starker Partner konnten wir seit dem Projektstart 2017 erfreulich viele junge Menschen für das Thema „Sport und Leben mit Behinderungen“ sensibilisieren und damit aktiv dazu beitragen, auch im Alltag Berührungsängste abzubauen.“

Dr. Markus Nitsche, Vorstand der Stiftung Allianz für Kinder: „Mit der Hamburger Rolli-Allianz unterstützen wir ein Projekt, bei dem Inklusion nachhaltig gelebt wird und das deshalb auch hervorragend zu unseren Förderzielen passt, in denen Inklusion und Mobilität eine wichtige Rolle spielen. Wir freuen uns deshalb sehr, bei der Fortsetzung der erfolgreichen Kooperation auf weitere zwei Jahre mit unserer Stiftung Allianz für Kinder dabei zu sein, damit noch viele gemeinsame Begegnungen von Kindern mit und ohne Behinderung gefördert werden können.“

Boris Stade für Allianz für die Jugend e.V.: „Es ist beeindruckend zu erleben, wie schnell Kinder lernen, den Rollstuhl positiv als Sportgerät zu nutzen! Wir sind stolz darauf, das Projekt weiterhin zu fördern, um Schülerinnen und Schülern einen spannenden Perspektivwechsel zu ermöglichen.“

Dr. Thilo von Trott, Vorstand der Evangelischen Stiftung Alsterdorf: „Die Evangelische Stiftung Alsterdorf lebt Inklusion, auch im Sport. Die Hamburger Rolli-Allianz hat in den vergangenen drei Jahren dafür gesorgt, dass viele Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe zusammen Sport machen konnten. Wir freuen uns, das dieses erfolgreiche Projekt nun in die Verlängerung geht“.

Ralph Lehnert, Vorstandsvorsitzender Hamburger Sportbund: „Inklusion bedeutet dabei sein und gemeinsam erleben. Unsere Sportvereine sind der Ort, an dem Inklusion umgesetzt und gelebt wird, ganz praktisch durch Bewegung. Daher sind wir froh, dass wir mit der Verlängerung der Hamburger Rolli-Allianz weiterhin dafür sorgen können, dass wir das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung fördern, Berührungsängste abbauen und Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen stärken können.“

Thomas Fromm, 1. Vorsitzender des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes: „Ich freue mich sehr, dass es mit der Rolli-Allianz weitergeht, damit unsere Hamburger Schüler*innen noch mehr Verständnis für Menschen mit Behinderungen entwickeln können. Ein wirklich nachahmenswertes Inklusionsprojekt!“