Vertreter*innen der politischen Parteien in der Diskussion zum Thema Sport

Was braucht die Active City?

Vor der Bürgerschaftswahl am 23. Februar haben wir Parteien zu sportpolitischen Themen befragt, die in der kommenden Legislaturperiode relevant für den organisierten Sport sein werden. In Kooperation mit den ARGEs wurden  außerdem seit Januar in sechs Veranstaltungen zusammen mit Wahlkreiskandidatinnen und -kandidaten zu den Themen des Sports in den Bezirken diskutiert.

Am 14. Februar fand abschließend im Haus des Sports die zentrale Veranstaltung statt – mit der Kernfrage: „Was braucht die Active City?“. Seitens der Politik standen Juliane Timmermann (SPD), Thomas Kreuzmann (CDU), Christiane Blömeke (GRÜNE),  Mehmet Yildiz (DIE LINKE) und Daniel Oetzel (FDP) Rede und Antwort.

In seiner Eröffnungsrede formulierte HSB-Präsident Dr. Jürgen Mantell die Erwartung des organisierten Sports. Nach Auslauf der Dekadenstrategie im kommenden Jahr sollen die Ergebnisse bewertet werden und danach ein Prozess der Erarbeitung einer neuen Strategie unter ernsthafter Einbindung des organisierten Sports erfolgen. Mantell: " Die Dekadenstrategie ist der Kompass für den Sport in Hamburg. Die Active City fängt an tragfähig zu werden, sie sollte - noch weiterhin überdacht - als Leitbild bezeichnet werden."

Christiane Blömeke betonte: „Den Prozess der Dekadenstrategie haben wir damals nur aus der Opposition verfolgt und wenig Einblick erhalten. Heute wissen wir sie zu schätzen und möchten sie in Zukunft neu entwickeln. Die Active City ist eine tolle Sache. Sie ist eine Dachmarke für Hamburg.“

Laut Juliane Timmermann sollen auch die Vereine in den weiteren Prozess einbezogen werden: "Die Autonomie des Sports ist uns wichtig. Es sollte eine Vorarbeit, ein Papier geben, das dann mit den Vereinen weiterentwickelt wird."

Diskutiert wurde die Frage der Sportförderung. Nach langen Diskussionen um den Sportfördervertrag gibt es weiterhin Vertreter des Sports, wie die FDP und DIE LINKE, die ein Sportfördergesetz unterstützen. Viele Vereinsvertreter*innen wünsche sich eine andere Form der Anerkennung der Leistungen des organisierten Sports, die sich durch eine gesetzliche Regelung dokumentieren würde. "Die letzten Verhandlungen zum Sportfördervertrag sind nicht gut gelaufen",sagt Blömeke, "wenn die nächsten Verhandlungen wirklich auf Augenhöhe stattfinden, brauchen wir kein Sportfördergesetz."

Der Behinderten- und Rehasportverband (BRSH) und der Hamburger Schwimmverband stellten kurz die wesentlichen Ergebnisse ihrer umfangreichen Analysen zum Rehasport und Schwimmsport vor. BRSH-Vorsitzender Thomas Fromm: "Bei den Rehasportangeboten ist Hamburg im bundesweiten Vergleich absolutes Schlusslicht." Es fehle an Geld und Räumen. Dem Hamburger Schwimmverband würden, nach einer statistischen Erhebung, hochgerechnet 2,5 Schwimmhallen mit jeweils 6 Bahnen für die Bedarfe fehlen. Welche politischen Konsequenzen hieraus gezogen werden sollten, wurde diskutiert. Klar scheint, dass man sich in einer „Active City“ zukünftig Themen zuwenden muss, die den Vereinen Wachstumspotentiale eröffnen. Die Nachfrage nach diesen Angeboten ist weiterhin sehr groß und sollte auch zukünftig in der Stadtteilplanung berücksichtigt werden.

Wie können Vereine beim Umweltschutz und der Nachhaltigkeit sowie der Digitalisierung zukünftig unterstützt werden?, bildete den Abschluss der Veranstaltung. Vereine machen sich vielfach schon auf den Weg, werden aber zum Teil noch durch Verwaltungsregelungen ausgebremst, beispielsweise den Sportrahmenverträgen, die aus steuerlichen Gründen verhindern, dass Vereine auf diesen Flächen Photovoltaikanlagen installieren.