„Wir gehen zusammen durch diese Ausbildung“

Der Sport erweist sich seit Jahren als starker Integrationsakteur und als Ort, an dem eine Willkommenskultur mit Wertschätzung und Offenheit gelebt wird. Mit Blick auf die langfristige Mitglieder- und Mitarbeitergewinnung nehmen ehrenamtlich engagierte Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte als Multiplikator*innen eine wichtige Vorbildfunktion in Sportvereinen und –verbänden ein.

Sehr oft sind diese Personen schon im Verein aktiv, haben aber nicht entsprechende Lizenzen, um mehr Verantwortung und mehr Aufgaben im Verein zu übernehmen. Mit der C-Lizenz in einfacher Sprache geben wir geflüchteten und zugewanderten Menschen die Möglichkeit, sich partizipativ und gleichberechtigt im organisierten Sport in Hamburg zu bewegen und diesen mitzugestalten.

In Kooperation mit dem SV Eidelstedt und der HSB- Bildungsabteilung haben wir im Programm „Integration durch Sport“ in diesem Jahr erstmalig eine niedrigschwellige ÜBUNGSLEITER*IN C-LIZENZ-AUSBILDUNG BREITENSPORT in einfacher Sprache für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund angeboten.

Mit dieser Qualifizierungsmaßnahme werden neue ehrenamtliche Mitarbeiter*innen gewonnen, die die Vereinsarbeit und die kulturelle Vielfalt in den Sportvereinen bereichern. Voraussetzung für die Teilnahme an dieser C-Lizenz-Ausbildung ist eine entsprechende Spracheignung (B1), um dem Lehrgeschehen gut folgen zu können. Zudem bestehen weitere Zugangshürden, die den Teilnehmer*innen einen Abschluss der regulären C-Lizenz-Ausbildung erschweren und unmöglich machen.

20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich angemeldet und starteten am 2. März die auf ca. zwei Monate komprimierte Ausbildung. Nima spielt Faustball beim ETV und wurde von seinem Faustballtrainer angesprochen, an der C-Lizenz teilzunehmen, um dann selbst als Trainer tätig sein zu können. Yildiz (SV Eidelstedt) leitet seit vier Jahren eine Seniorensportgruppe und möchte die C-Lizenz als Chance nutzen, um sich weiter zu professionalisieren und auch andere Kurse geben zu können. Zwei der Teilnehmer*innen sind noch nicht an einem Verein angegliedert. Sie möchten sich mit der C-Lizenz für ein Engagement in einem Sportverein qualifizieren.

Ein erstes Fazit ziehen Mansour (HSV) und Fares (Sen-Do Karate) nach einer Woche:

Mansur: Ich finde die C-Lizenz ganz toll. Es macht mir richtig Spaß. Ich habe schon ganz viel gelernt und weiß, das kann ich alles viel besser als vorher und kann gut eine Mannschaft leiten.

Fares: Es sind viele Leute aus unterschiedlichen Kulturen dabei. Und da ist es immer wieder schön, dass man diese Leute auch kennenlernt. Wir halten alle zusammen und gehen zusammen durch diese Ausbildung – das ist sehr sehr schön.

Nach zwei Wochen und drei Wochenendterminen werden die Teilnehmer*innen ihre C-Lizenz-Ausbildung mit einer Abschlussprüfung beenden.