Infoveranstaltung für Zugewanderte

Wie finde ich den richtigen Sportverein für meine Bedürfnisse? Wie funktioniert überhaupt das Sportsystem in Hamburg und welche Möglichkeiten bietet eigentlich ein Sportverein? Für zugewanderte Menschen ist das deutsche Sportsystem oft nicht bekannt und Sportvereine, wie sie in Deutschland organisiert sind, gibt es oft nicht in anderen Ländern. Zudem haben viele Personen Probleme bei der Anerkennung ihrer Ausbildungen.
 
Gemeinsam mit der Zentralen Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) des Diakonischen Werks Hamburg haben wir mit dem Programm „Integration durch Sport“ eine Informationsveranstaltung durchgeführt, die die wichtigsten Fragen zu Bewegung und Sport sowie Engagement und Jobs im Sportverein thematisiert. Ursprünglich als Präsenzveranstaltung geplant, haben wir uns flexibel an die momentane Situation angepasst und eine digitale Alternative angeboten.
 
Die ZAA hilft Menschen, die im Ausland eine Qualifikation erworben haben, bei der Anerkennung dieser und organisiert Schulungen und Fachveranstaltungen. Dass zahlreiche Zugewanderte schon eine sehr gute Ausbildung im Sport in ihrer Heimat durchlaufen haben, zeigt sich im Teilnehmer*innenkreis der Veranstaltung. Vom Nationaltrainer Zehnkampf aus dem Iran bis hin zur Sportlehrerin aus Syrien - die Erfahrungen, die bereits vorhanden sind, sind vielfältig. Aber es wird auch deutlich gemacht, dass es nicht immer einen Sporthintergrund braucht, um im Sportverein aktiv zu sein. 
 
Viele Teilnehmer*innen sind daran interessiert weitere Lizenzen zu erwerben. Ausbildungsmöglichkeiten wie Coaches Welcome, die C-Lizenz für Menschen mit Migrationshintergrund oder JuLeica (Jugendgruppenleiter-Ausbildung) sind nur ein paar der vielen Tipps, die wir den Teilnehmenden an die Hand geben konnten.
 
Welche Wege der Sport Zugewanderten ermöglichen kann, das haben Abdul und Bahaa in kleinen Erfahrungsberichten aus ihrem Leben beschrieben. Abdul ist seit fünf Jahren in Deutschland und als Fechttrainer in einem Sportverein engagiert. „Was ist eigentlich Fechten?“ fragte eine Teilnehmerin. Mit der entsprechenden Übersetzung auf arabisch klärte sich die Frage sogleich. In Deutschland angekommen, hat Abdul versucht, einen Sportverein zu finden. Mit Hilfe eines Freundes ist er auf einen Sportverein aufmerksam geworden und hat dort viele Freunde gefunden. „Ich fühle mich ganz wohl durch Sport und durch Fechten.“ 
 
Sein Tipp für alle: „Werdet Mitglied im Verein. Dort sind viele Menschen, die helfen und unterstützen und einem die Möglichkeit geben, eine Ausbildung zu machen.“
 
Bahaa ist seit vier Jahren in Deutschland. Er hat in Syrien Sport studiert und ist in Hamburg als Sportlehrer an einer Grundschule tätig. Seine Zielstrebigkeit und guten Deutschkenntnisse beeindruckten alle Zuhörer. Bahaa berichtete von seinem Werdegang in Deutschland, seiner Referententätigkeit in der C-Lizenz-Ausbildung des HSB und seiner Basketball-Leidenschaft. Er beantwortete einige Fragen zu den Schwierigkeiten der Anerkennung seiner Abschlüsse und welche Lösungen er gefunden hat, um einen Job zu finden.
Zum Abschluss wurden den Teilnehmenden verschiedene Wege aufgezeigt, wie sie einen Sportverein in ihrer Nähe finden. Schon während der Veranstaltung fand ein reger Austausch statt, viele Fragen wurden beantwortet und erste Kontakte konnten geknüpft werden.