Projekt Bolzplatz „Schiffi-Neymar“

Mölkky, Schiffel, Headis, Shuffleboard, Hotball. Nein, alles keine neuen PC-Spiele! Hier sind tatsächlich der gesamte Körper und Geist gefragt. Es handelt sich um Spiel- und Bewegungsangebote, die auf dem Bolz- und Abenteuerspielplatz „Schiffi-Neymar“ in Billstedt (Am Schiffbeker Berg) angeboten wurden.Der öffentliche Bolzplatz „Schiffi-Neymar“, wie ihn die Bewohner getauft haben, wurde in 2014 aus Mitteln der Integrierten Stadtteilentwicklung - unter Beteiligung der Bewohner an der Planung - grundlegend erneuert. Dies wurde durch die Gebietsentwicklung im Quartier Schiffbeker Berg-Legiencenter-Washingtonring im Entwicklungsraum Billstedt-Horn initiiert und begleitet.

Im Anschluss daran wurden die Schiffi-Spiele durch die Stadtfinder unter der Leitung von Inhaber Martin Legge ins Leben gerufen und als Projekt „Schiffi-Neymar – Sport und Bewegungsangebote auf dem Bolzplatz Am Schiffbeker Berg“ weiter fortgeführt und ausgebaut.

Träger des Projektes ist der Hamburger Sportbund im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“. Dieser hat mit Unterstützung des Bezirksamtes Mitte und der Stadtteilentwicklungsgesellschaft die Stadtfinder beauftragt, ein regelmäßiges Spiel- und Bewegungsangebot vor Ort zu gestalten und zu etablieren. Parallel dazu bot der SC Europa auf dem Bolzplatz Fußball auf dem Kleinfeld an.

Für das Zusammenleben und Spielen aller Gruppen auf den neu gestalteten Flächen und auch für den langfristigen Erhalt der Plätze sind gemeinsame Regeln notwendig. Zusätzlich benötigen die Familien, Kinder und Jugendlichen aus dem Umfeld für einen gewissen Zeitraum Anregungen und Ideen für eine vielseitige Nutzung und das Zusammenleben und -spielen. Das braucht Personen vor Ort, die dies vermitteln können. Dafür sorgten seit April alle 14 Tage sonntags von 13 – 15 Uhr die Stadtfinder und der SC Europa mit ihrer Anwesenheit und der Anleitung zum gemeinsamen Treffen, Bewegen, Spielen und Sport treiben. Über den Kontakt mit Übungsleitern und Angeboten aus Sportvereinen auf dem Bolzplatz sollen die Bewohner verschiedene Sportarten und Sportvereine kennenlernen und an deren soziale Netzwerke herangeführt werden. Diese Möglichkeit wurde vermehrt in den Sommerferien geschaffen. In diesen sechs Wochen gab es an jedem Sonntag zusätzliche Sportangebote durch unsere Mitgliedsvereine: Fechten (ETV), Taiji Bailong Ball (TBBA) und Volleyball (HT16) weckten Interesse, animierten zum Ausprobieren und Mitmachen und sorgten für Spaß und Freude an anderen und teilweise neuen Bewegungserfahrungen. Sportliche Betätigung trägt dazu bei, soziale Kompetenz zu stärken und vermittelt Fair-Play und Toleranz. Daraus resultieren u.a. Regeln, die alle Nutzer akzeptieren, und schaffen Raum für ein friedvolles Mit- und Nebeneinander.

Erste Erfolge zeigten sich z.B. mit der Übergabe von Schlüsseln für das Schloss am „Spielcontainer“ an Familien aus der Wohnanlage. Somit sind die Bewohner in der Lage, auch außerhalb der Angebotszeiten am Sonntag, auf das Spiel- und Sportmaterial zuzugreifen. Das Aufstellen des Materialcontainers ist eine gemeinschaftliche Aktion gewesen: die HANSA-Baugenossenschaft hat den Container finanziert, HSB und Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft spendierten Spiel- und Gartenausstattung, die Nordelbe-Grundstücksgesellschaft stellten Werbe-, Hinweis- und Ausleihtafeln zur Verfügung und der Verfügungsfond des Quartiers sorgte mit Materialboxen und Regalen für „Ordnung“ im Container.

Weiterer positiver Nebeneffekt der obigen Entwicklung: Das Zugehörigkeitsgefühls zum unmittelbaren Wohnumfeld und dem Stadtteil wird verbessert und gestärkt. Bei den Anwohnern wächst das Verantwortungsgefühl für den „Schiffi-Neymar“, so dass u.a. ein Bewusstsein für Instandhaltung und Reinigung entsteht. Es wird darauf geachtet, dass die Flächen und der Platz sauber gehalten und auch sauber hinterlassen werden. So wurde gemeinschaftlich z.B. ein alter, unansehnlicher Zaun entfernt und kleinere Reparaturen an den Spielgeräten werden eigenständig durch Väter durchgeführt.

Noch ist der gesamte Prozess nicht abgeschlossen, aber auf einen guten Weg gebracht worden. Damit es eine nachhaltige Entwicklung gibt, werden aktuell mit allen Beteiligten Gespräche geführt, um zu sondieren, ob die Angebote von den Stadtfindern und dem SC Europa in 2016 fortgeführt werden können – positive Signale gibt es schon von Seiten des SC Europa.

Finanziert wurde das Spiel- und Bewegungsangebot über das Programm „Integration durch Sport“ und über Mittel aus dem Quartiersfond des Bezirks Hamburg-Mitte.